E-Commerce · Checkout & Conversion
Lesezeit: 19 Minuten
Aktualisiert am 30. August 2026: mit den EHI-Umsatzanteilen 2025, einem vollständigen Zahlungsarten-Audit, einer Entscheidungsmatrix sowie aktuellen Hinweisen zu Wero, Echtzeitüberweisungen und Buy now, pay later.
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Inhaltsverzeichnis
Zahlungsarten im E-Commerce: Was 2026 wirklich zählt
Die richtige Zahlungsart ist kein Detail am Ende des Checkouts. Sie beeinflusst, ob ein Kunde bestellt, wie schnell ein Händler sein Geld erhält und welches Risiko nach dem Kauf bestehen bleibt. Dabei genügt es nicht, möglichst viele Logos anzuzeigen. Entscheidend ist ein Zahlungsmix, der zur Zielgruppe, zum Warenkorb, zur Retourenquote und zur eigenen Marge passt.
Im deutschen Onlinehandel haben sich vier Verfahren klar abgesetzt: PayPal, Kauf auf Rechnung, Lastschrift sowie Kredit- und internationale Debitkarten. Zusammen stehen sie 2025 für 82,9 Prozent des untersuchten Online-Umsatzes. Gleichzeitig verändert sich der Markt. Lastschrift verliert deutlich, internationale Debitkarten wachsen, Apple Pay wird erstmals separat ausgewiesen und Wero tritt als europäische Account-to-Account-Lösung an die Stelle von Giropay.

Eine wichtige begriffliche Trennung
Im Payment werden häufig Dinge miteinander verglichen, die unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Der Rechnungskauf ist ein Zahlungs- und teilweise Finanzierungsmodell. Apple Pay und Google Pay sind Wallets. Visa und Mastercard betreiben Kartensysteme. Stripe ist vor allem Zahlungsinfrastruktur beziehungsweise Zahlungsdienstleister. PayPal verbindet Wallet, Checkout, Käuferschutz und weitere Zahlungsangebote.
Für Händler ist diese Unterscheidung wichtig: Ein Checkout kann beispielsweise über Stripe abgewickelt werden und darin Karten, Apple Pay, Google Pay, Lastschrift oder Klarna anbieten. Stripe selbst ist aus Kundensicht nicht automatisch die gewählte Zahlungsart.
Marktanteile der Zahlungsarten in Deutschland 2025
Die aktuellste EHI-Erhebung wurde im Mai 2026 veröffentlicht. Das Online-Payment-Panel umfasst 172 Unternehmen mit zusammen 50,7 Milliarden Euro Netto-Online-Umsatz. Gemessen wird der Umsatzanteil der Verfahren – nicht die Zahl der Nutzer, nicht die Bekanntheit und nicht die technische Verbreitung auf Websites.
Die fünf größten ausgewiesenen Verfahren
Datengrafik Eigene Darstellung nach EHI Retail Institute, Studie „Zahlungssysteme im Einzelhandel 2026“, Datenjahr 2025.
| Zahlungsart | Umsatzanteil 2025 | Einordnung |
|---|---|---|
| PayPal | 28,7 % | Marktführer, nahezu stabil |
| Kauf auf Rechnung | 26,1 % | Platz zwei, leicht gewachsen |
| Lastschrift/Bankeinzug | 14,4 % | deutlicher Rückgang |
| Kredit- und internationale Debitkarten | 13,7 % | plus 1,4 Prozentpunkte |
| Ratenkauf/Finanzierung | 4,7 % | BNPL bleibt relevant |
| Vorkasse | 3,5 % | Nischen- und B2B-Anwendung |
| Zahlung bei Abholung | 3,5 % | für Omnichannel relevant |
| Apple Pay | 1,3 % | erstmals separat ausgewiesen |
| Kundenkarte | 1,1 % | vor allem bei großen Händlern |
| Sofortüberweisung | 0,9 % | rückläufig |
| Amazon Pay | 0,6 % | ergänzende Wallet-Lösung |
| Gutscheinkarten | 0,6 % | händler- und markenspezifisch |
| Sonstige | 0,9 % | weitere Verfahren zusammen |
Quellen: EHI Retail Institute und die Statista-Darstellung der EHI-Daten. Rundungsbedingt können Einzeldarstellungen methodisch abweichen.
Zeigt Ihr Checkout die richtigen Zahlungsarten?
Wir bewerten Zahlungsarten nicht nach Bekanntheit, sondern nach Conversion, Kosten, Ausfallrisiko, Retouren und tatsächlicher Profitabilität.
Welche Zahlungsarten braucht ein Onlineshop?
Die Marktanteile zeigen, was im deutschen Gesamtmarkt funktioniert. Sie ersetzen aber keine Entscheidung für das eigene Geschäftsmodell. Ein Modehändler mit hoher Retourenquote benötigt einen anderen Zahlungsarten-Mix als ein B2B-Shop für Maschinenbauteile oder ein Händler mit digitalen Sofortleistungen. Ebenso wichtig ist ein reibungsloser Checkout-Prozess, in dem die Verfahren verständlich bezeichnet und ohne unnötige Schritte erreichbar sind.
Akzeptanz
Welche Verfahren erwartet die Zielgruppe auf dem genutzten Gerät und im jeweiligen Land?
Gesamtkosten
Nicht nur die Transaktionsgebühr zählt, sondern auch Fixkosten, Rückerstattungen, Chargebacks, Währungsumrechnung und manueller Aufwand.
Risiko
Wer trägt Betrug, Zahlungsausfall und Rückbuchung – Händler, Bank oder Zahlungsdienstleister?
Liquidität
Wann ist die Zahlung verfügbar und wie wirken Reserven, Auszahlungsfristen oder Rechnungslaufzeiten?
Retouren
Wie schnell und zuverlässig lassen sich Teil- und Vollerstattungen abwickeln und abstimmen?
Technik
Passt das Verfahren zu Shop, Warenwirtschaft, Buchhaltung, Abonnements und Betrugsprävention?
Zahlungsarten-Audit: den Checkout systematisch prüfen
Ein Zahlungsarten-Audit beantwortet nicht nur, welche Logos im Checkout erscheinen. Es zeigt, welche Verfahren tatsächlich gewählt werden, an welcher Stelle Kunden abbrechen und welche Kosten, Risiken sowie internen Aufwände nach dem Kauf entstehen.
Für belastbare Entscheidungen sollten Händler die Auswertung nach Gerät, Land, Neu- und Bestandskunden sowie – sofern genügend Daten vorliegen – nach Warenkorbwert und Produktgruppe trennen. So wird sichtbar, ob ein Verfahren Conversion bringt oder lediglich Umsatz bündelt, der auch über eine günstigere Alternative zustande gekommen wäre.
Nutzung und Conversion
- Welche Zahlungsart wird wie häufig ausgewählt?
- Wie hoch sind Abschluss- und Abbruchquote je Verfahren?
- Unterscheiden sich Mobilgeräte, Desktop sowie Neu- und Bestandskunden?
- Welche Verfahren fehlen in Supportanfragen oder Abbruchbefragungen?
Kosten und Risiko
- Transaktions-, Fix-, Erstattungs- und Währungsgebühren vollständig erfassen
- Chargebacks, Rücklastschriften, Betrug und Zahlungsausfälle auswerten
- Auszahlungsfristen, Reserven und Liquiditätswirkung berücksichtigen
- Manuellen Aufwand für Klärfälle, Mahnungen und Buchhaltung einrechnen
Technik und Kundenerlebnis
- Checkout auf Smartphone und Desktop vollständig testen
- Bezeichnungen, Reihenfolge, Fehlermeldungen und Weiterleitungen prüfen
- Erstattungen, Teilretouren und Abstimmung mit ERP und Buchhaltung testen
- SCA, Datenschutz, kostenlose Zahlmöglichkeit und Entgeltregeln kontrollieren
Praktischer Audit-Workflow
1. Datenbasis festlegen
Mindestens acht bis zwölf Wochen Checkout-, Bestell-, Kosten-, Retouren- und Risikodaten zusammenführen. Saisonale Sonderzeiträume gesondert kennzeichnen.
2. Verfahren bewerten
Jede Zahlungsart nach Akzeptanz, Abschlussquote, Gesamtkosten, Ausfallrisiko, Liquidität und Prozessaufwand beurteilen – nicht nur nach Umsatzanteil.
3. Änderungen priorisieren
Fehlende Pflichtverfahren, technische Fehler und rechtliche Risiken zuerst beheben. Neue Verfahren zunächst für klar definierte Zielgruppen oder Geräte testen.
4. Wirkung kontrollieren
Vor jeder Änderung Ausgangswerte und Schutzkennzahlen dokumentieren. Danach Conversion, Deckungsbeitrag, Ablehnungen und Risikokosten im gleichen Zeitraum vergleichen.
Die wichtigsten Zahlungsarten im direkten Vergleich
Die folgende Matrix dient als Entscheidungshilfe für deutsche Onlineshops. Konkrete Gebühren variieren nach Anbieter, Vertrag, Umsatz, Land und Risikoprofil und müssen deshalb immer anhand der aktuellen Konditionen geprüft werden.
| Verfahren | Besonders geeignet | Stärke | Kosten und Risiko | Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| PayPal | Breites deutsches B2C-Geschäft | Hohe Bekanntheit, schneller Checkout | Transaktionskosten, Konflikte und Verkäuferschutzfälle prüfen | Für viele B2C-Shops Basisverfahren |
| Rechnung / BNPL | Vertrauenssensible Zielgruppen und höhere Warenkörbe | Ware vor Zahlung beziehungsweise flexible Fälligkeit | Ausfall, Retouren, Finanzierung und Mahnprozesse | Nur mit sauberer Risiko- und Margenrechnung |
| Kredit- und Debitkarten | Internationales Geschäft und digitale Leistungen | Schnelle Autorisierung, weltweit etabliert | Chargebacks, Betrug, 3-D Secure und Währungskosten | Wichtiges Basisverfahren |
| SEPA-Lastschrift | Abonnements und bekannte Bestandskunden | Bequem bei wiederkehrenden Zahlungen | Rücklastschriften und lange Beanstandungsfristen | Gezielt nach Kunden- und Risikoprofil einsetzen |
| Apple Pay / Google Pay | Mobiler Checkout | Wenig Eingabeaufwand, tokenisierte Kartennutzung | Konditionen und Risiko des zugrunde liegenden Verfahrens | Sinnvolle mobile Ergänzung |
| Amazon Pay | Zielgruppen mit starker Amazon-Nutzung | Gespeicherte Adress- und Zahlungsdaten | Anbieterkonditionen und Konfliktfälle | Nur bei messbarer Zusatzwirkung |
| Wero / Pay by Bank | Pilotprojekte und Account-to-Account-Zahlungen | Direkte Bankzahlung und schnelle Verfügbarkeit | Reichweite, Rückholbarkeit und Betrugsprävention prüfen | 2026 beobachten und kontrolliert testen |
| Vorkasse / Abholung | B2B, Sonderanfertigungen und Omnichannel | Geringes Zahlungsausfallrisiko | Vertrauenshürde und manueller Abstimmungsaufwand | Nischenverfahren |
| Kryptowährungen | Einzelne internationale oder technikaffine Nischen | Alternative digitale Abwicklung | Volatilität, Erstattung, Buchhaltung und Regulierung | Nur bei belegbarem Zielgruppenbedarf |
Prüfstand: 30. August 2026. Die Einordnung kombiniert Marktakzeptanz, Checkout-Wirkung, Kosten, Risiko, Liquidität und Prozessaufwand. Anbieterabhängige Gebühren werden bewusst nicht pauschal beziffert.
PayPal
PayPal bleibt mit 28,7 Prozent Umsatzanteil die stärkste einzelne Zahlungsart im deutschen E-Commerce. Der Dienst ist seit 2015 ein eigenständiges börsennotiertes Unternehmen und keine eBay-Tochter mehr. Die hohe Bekanntheit, gespeicherte Zahlungsdaten und der integrierte Käuferschutz reduzieren für viele Kunden die wahrgenommene Hürde beim Kauf.
Für Händler entstehen produktabhängige Transaktionskosten. Zusätzlich können bei Konflikten, Rückbuchungen oder bestimmten Lastschriftfällen Gebühren anfallen. Bei einer Rückzahlung wird nach der aktuellen Gebührenübersicht mindestens der Festgebührenanteil der ursprünglichen Transaktionsgebühr nicht erstattet. Deshalb sollte der Artikel keine pauschalen „prozentualen Stornokosten“ nennen, sondern auf die jeweils aktuelle Preisliste verweisen.
Kauf auf Rechnung
Der Rechnungskauf erreicht 26,1 Prozent Umsatzanteil. Kunden erhalten und prüfen die Ware, bevor sie bezahlen. Das schafft Vertrauen, verschiebt aber Liquidität und Ausfallrisiko auf den Händler – sofern kein Dienstleister Forderung, Bonitätsprüfung oder Zahlungsgarantie übernimmt.
Gerade bei hohen Warenkörben und erklärungsbedürftigen Produkten kann Rechnung die Conversion stützen. Händler sollten dagegen Retouren, Mahnprozesse, Betrugsrisiken und Kosten einer externen Absicherung einkalkulieren. „Rechnung“ ist außerdem nicht automatisch dasselbe wie BNPL: Der klassische Rechnungskauf, eine 30-Tage-Zahlpause und eine verzinste Ratenfinanzierung folgen unterschiedlichen vertraglichen und wirtschaftlichen Logiken.
Kredit- und internationale Debitkarten
Karten kommen 2025 zusammen auf 13,7 Prozent. Dabei muss zwischen Kredit-, Debit- und Prepaidkarten unterschieden werden. Visa und Mastercard sind Kartensysteme; die konkrete Karte wird von einer Bank oder einem anderen Herausgeber ausgegeben.
Die Autorisierung erfolgt schnell, doch Rückbuchungen sind möglich. Kunden können unter bestimmten Voraussetzungen ein Chargeback über die kartenausgebende Bank anstoßen. Händler sollten daher Chargeback-Quote, Betrugsprüfung und Nachweisdokumentation beobachten. 3-D Secure und die starke Kundenauthentifizierung reduzieren Betrugsrisiken, schließen sie aber nicht aus. Grundsätzlich werden zwei unabhängige Faktoren aus Wissen, Besitz und Inhärenz verwendet; die konkrete Kombination variiert.
SEPA-Lastschrift
Die Lastschrift ist mit 14,4 Prozent weiterhin die drittstärkste Zahlungsart, hat aber gegenüber 2024 fast drei Prozentpunkte verloren. Sie eignet sich besonders für wiederkehrende Zahlungen, Abonnements und bekannte Bestandskunden. Die Kosten können im Vergleich zu Wallets oder Karten attraktiv sein.
Das Rückbuchungsrisiko gehört zwingend in die Kalkulation: Eine autorisierte SEPA-Basislastschrift kann innerhalb von acht Wochen ohne Angabe von Gründen zurückgegeben werden. Eine nicht autorisierte Lastschrift lässt sich bis zu 13 Monate nach der Belastung beanstanden. Die SEPA-Firmenlastschrift ist dagegen ausschließlich für Unternehmen vorgesehen und kann nach Einlösung grundsätzlich nicht zurückgegeben werden.
Klarna, Sofortzahlung und Buy now, pay later
Klarna ist kein einzelnes Zahlverfahren. Je nach Integration und Berechtigung können Kunden sofort, innerhalb von bis zu 30 Tagen, in drei Teilzahlungen oder über eine längerfristige Ratenzahlung bezahlen. Entsprechend unterscheiden sich Bonitätsprüfung, Forderungsübernahme, Kosten und Ausfallrisiko.
Die Aussage, Sofortüberweisung sei für Händler und Kunden grundsätzlich kostenlos, ist nicht haltbar. Händlerkonditionen hängen vom Vertrag und Produkt ab. Auch die Formulierung, Klarna entscheide nachträglich zwischen Sofort- und Fristzahlung, greift zu kurz: Kunden wählen aus den angebotenen und für sie freigegebenen Optionen.
Ab dem 20. November 2026 gilt die neue EU-Verbraucherkreditrichtlinie. Ihr Anwendungsbereich umfasst auch zahlreiche BNPL-Produkte und Kredite unter 200 Euro. Damit gewinnen transparente Informationen, verantwortungsvolle Werbung und Bonitätsprüfungen weiter an Bedeutung.
Apple Pay und Google Pay
Wallets beschleunigen vor allem den mobilen Checkout, weil Karten- und Adressdaten nicht jedes Mal neu eingegeben werden müssen. Apple Pay wird vom EHI 2025 erstmals separat mit 1,3 Prozent Umsatzanteil ausgewiesen. Die Wallet ersetzt dabei nicht zwingend die zugrunde liegende Karte, sondern legt eine nutzerfreundliche und tokenisierte Oberfläche über das vorhandene Zahlverfahren.
Für Händler ist daher nicht nur der Wallet-Anteil interessant. Relevant sind auch Autorisierungsquote, mobile Conversion, verwendeter Browser und die Gebühren des eingebundenen Zahlungsdienstleisters. Gerade auf Smartphones entscheidet zudem die User Experience darüber, ob der Komfortvorteil der Wallet im Checkout tatsächlich ankommt.
Amazon Pay
Amazon Pay lässt Kunden mit den im Amazon-Konto hinterlegten Adressen und Zahlungsarten bezahlen. Ein Händler benötigt dafür keinen eigenen Amazon-Marketplace-Shop. Amazon Pay kann über Shopsysteme wie WooCommerce oder Magento ebenso wie in eine eigene Shoplösung integriert werden. Erforderlich ist ein separates Amazon-Pay-Händlerkonto.
Das Verfahren ist besonders für Zielgruppen mit hoher Amazon-Nutzung interessant. Die Entscheidung sollte jedoch auf Checkout-Daten und Gesamtkosten beruhen, nicht auf der Annahme, Amazon Pay lohne sich nur für Händler, die auch auf Amazon verkaufen.
Giropay ist beendet – Wero und Echtzeitüberweisungen rücken nach
Giropay wurde zum 31. Dezember 2024 eingestellt. Seit dem 1. Januar 2025 sind keine Giropay-Zahlungen mehr möglich. Händler sollten das alte Logo und die Zahlungsart aus Checkout, Hilfeseiten und Vergleichstabellen entfernt haben.
Wero ist im deutschen E-Commerce gestartet
Die European Payments Initiative hat Wero am 17. November 2025 für erste Onlinezahlungen in Deutschland gestartet. Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken gehörten zu den ersten angebundenen Bankengruppen. Weitere Banken, Acquirer und Händler werden schrittweise ergänzt.
Wero basiert auf Account-to-Account-Zahlungen und soll eine europäische Alternative zu internationalen Wallets und Kartensystemen schaffen. Für Händler ist Wero 2026 ein relevantes Beobachtungs- und Pilotthema, aber noch kein flächendeckender Pflichtbestandteil jedes Checkouts. Ein belastbarer deutscher Umsatzanteil liegt bislang nicht vor.

Parallel verändert die EU-Verordnung zu Echtzeitüberweisungen die Infrastruktur. Zahlungsdienstleister im Euroraum mussten den Empfang von Echtzeitüberweisungen bis Januar 2025 und das Senden bis Oktober 2025 ermöglichen. Eine Echtzeitüberweisung darf nicht teurer sein als eine entsprechende normale Überweisung. Seit Oktober 2025 gehört außerdem die Empfängerüberprüfung – der Abgleich von Name und IBAN – zum Regelwerk.
Recht, Gebühren und Sicherheit im Checkout
Kostenlose Möglichkeit
Wenn Händler für bestimmte Verfahren ein Entgelt verlangen, muss nach § 312a BGB mindestens eine gängige, zumutbare und unentgeltliche Zahlungsmöglichkeit bestehen.
Keine Zahlungsaufschläge
Für SEPA-Überweisungen, SEPA-Lastschriften und bestimmte Verbraucherkarten dürfen nach § 270a BGB grundsätzlich keine gesonderten Zahlungsentgelte verlangt werden.
Sofort nicht allein
Der Bundesgerichtshof entschied, dass Sofortüberweisung nicht die einzige kostenlose Zahlungsmöglichkeit eines B2C-Angebots sein darf.
Rechtliche Anforderungen sind nur ein Teil der Checkout-Gestaltung. Ebenso wichtig sind DSGVO-konforme Datenflüsse, verständliche Bezeichnungen, klare Fälligkeiten und eine mobile Darstellung, in der Zahlungsarten nicht durch Logos, lange Texte oder versteckte Gebühren unübersichtlich werden.
Kryptowährungen: mögliche Nischenlösung, kein allgemeiner Standard

Kryptozahlungen können in einzelnen internationalen, digitalen oder technikaffinen Zielgruppen sinnvoll sein. Sie sind aber nicht pauschal schneller, sicherer oder anonymer als herkömmliche Verfahren.
Händler müssen Kursrisiken, Umrechnung, Rückerstattungen, technische Wallet-Risiken, Steuer- und Buchhaltungsfragen sowie Geldwäsche- und Sanktionsprüfungen berücksichtigen. Die EU-Finanzaufsichtsbehörden weisen auch nach Einführung von MiCA auf Volatilität, Betrug und teilweise begrenzten Verbraucherschutz hin. Für normale deutsche B2C-Shops bleibt Krypto deshalb eine begründungspflichtige Nischenoption.
Vorkasse, Nachnahme und Zahlung bei Abholung
Vorkasse schützt den Händler vor einem Zahlungsausfall, erzeugt für Neukunden aber eine hohe Vertrauenshürde und verzögert den Versand bis zum Zahlungseingang. Sie kann bei individuellen Anfertigungen, hohen B2B-Warenkörben oder Kunden ohne andere Zahlungsoption sinnvoll sein.
Barzahlung ist im E-Commerce nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Die Bestellung kann digital erfolgen und die Zahlung bei Abholung oder per Nachnahme stattfinden. Nachnahme verbindet Versand und Zahlung, verursacht jedoch zusätzliche Gebühren und erfordert eine persönliche Übergabe. Für die meisten Shops ist sie eine Nischenlösung.
Unser empfohlener Zahlungsarten-Mix
Für einen typischen deutschen B2C-Onlineshop bildet eine Kombination aus PayPal, Rechnung oder abgesichertem Pay Later, Karte und – je nach Geschäftsmodell – Lastschrift eine solide Basis. Apple Pay und Google Pay verbessern häufig den mobilen Checkout. Amazon Pay kann bei entsprechender Zielgruppe ergänzen. Wero sollte technisch und wirtschaftlich beobachtet beziehungsweise getestet werden, sobald es über den eigenen Zahlungsdienstleister und für die eigene Kundschaft verfügbar ist.
Wichtiger als eine starre Liste ist die laufende Auswertung. Mindestens diese Kennzahlen sollten Händler je Zahlungsart beobachten:
- Auswahl- und Abschlussquote im Checkout, getrennt nach Gerät und Neukundenstatus
- Autorisierungs- und Ablehnungsquote
- Transaktionskosten inklusive Fixkosten und Währungsumrechnung
- Rücklastschriften, Chargebacks, Konflikte und Betrugsfälle
- Retourenquote und Aufwand für Teil- oder Vollerstattungen
- Auszahlungsdauer, Reserven und Auswirkungen auf die Liquidität
- Deckungsbeitrag und tatsächliche Profitabilität pro Bestellung
Payment nicht nur nach Gebühren bewerten
Wir prüfen Ihren Checkout anhand realer Bestell-, Geräte-, Retouren- und Profitabilitätsdaten und priorisieren die Maßnahmen mit dem größten wirtschaftlichen Hebel.
Häufige Fragen zu Zahlungsarten im E-Commerce
Welche Zahlungsarten dominieren den deutschen Onlinehandel?
2025 führen PayPal mit 28,7 Prozent und der Kauf auf Rechnung mit 26,1 Prozent. Es folgen Lastschrift mit 14,4 Prozent sowie Kredit- und internationale Debitkarten mit 13,7 Prozent des untersuchten Online-Umsatzes.
Wie viele Zahlungsarten sollte ein Onlineshop anbieten?
Eine pauschale Zahl ist nicht sinnvoll. Für viele deutsche B2C-Shops bilden PayPal, Rechnung beziehungsweise Pay Later, Karte und – je nach Geschäftsmodell – Lastschrift eine belastbare Basis. Entscheidend sind Zielgruppe, Gerät, Land, Warenkorb, Marge und Risiko.
Was gehört zu einem Zahlungsarten-Audit?
Ein Audit prüft Auswahl- und Abschlussquoten, Ablehnungen, Gebühren, Rückbuchungen, Betrug, Retouren, Erstattungen, Liquidität, mobile Bedienbarkeit, technische Anbindung und rechtliche Anforderungen je Zahlungsart.
Welche Payment-KPIs sollten Händler messen?
Besonders wichtig sind Auswahl-, Autorisierungs- und Abschlussquote, Abbruchquote, Gesamtkosten, Chargeback- und Rücklastschriftquote, Auszahlungsdauer, Retourenaufwand sowie Deckungsbeitrag je Bestellung.
Wie oft sollte der Zahlungsmix überprüft werden?
Die wichtigsten Kennzahlen sollten monatlich oder quartalsweise geprüft werden. Ein vollständiges Audit ist mindestens jährlich sowie vor Relaunches, Internationalisierung, Anbieterwechseln und größeren Gebührenänderungen sinnvoll.
Ist Stripe eine Zahlungsart?
Stripe ist primär ein Zahlungsdienstleister und eine technische Plattform. Darüber können Händler verschiedene Zahlungsarten wie Karte, Lastschrift, Apple Pay, Google Pay oder Klarna anbieten.
Ist Giropay 2026 noch verfügbar und was ist Wero?
Giropay wurde zum 31. Dezember 2024 eingestellt. Wero ist eine europäische Wallet und Account-to-Account-Lösung der European Payments Initiative. Onlinezahlungen sind seit November 2025 bei ersten Banken und Händlern in Deutschland möglich.
Können Kreditkartenzahlungen zurückgebucht werden?
Ja. Kunden können unter bestimmten Voraussetzungen ein Chargeback über ihre kartenausgebende Bank anstoßen. Für Händler kann dies zu Forderungsausfall, Nachweispflichten und zusätzlichen Gebühren führen.
Wie lange kann eine SEPA-Lastschrift zurückgegeben werden?
Eine autorisierte SEPA-Basislastschrift kann innerhalb von acht Wochen ohne Begründung zurückgegeben werden. Bei einer nicht autorisierten Lastschrift beträgt die Frist bis zu 13 Monate.
Dürfen Onlineshops Gebühren für Zahlungsarten verlangen?
Nur eingeschränkt. Für SEPA-Überweisungen, SEPA-Lastschriften und bestimmte Verbraucherkarten sind gesonderte Entgelte grundsätzlich unzulässig. Bei kostenpflichtigen Alternativen muss außerdem eine gängige, zumutbare und kostenlose Zahlungsmöglichkeit bestehen.
Sind Kryptowährungen für deutsche Onlineshops sinnvoll?
Nur in begründeten Nischen. Akzeptanz, Kursrisiko, Rückerstattungen, Buchhaltung, Steuern und regulatorische Anforderungen müssen zum Geschäftsmodell passen. Für den breiten deutschen B2C-Markt ersetzen Kryptowährungen die etablierten Verfahren derzeit nicht.
Quellen und Datenbasis
- EHI Retail Institute: Zahlungssysteme im Einzelhandel 2026
- Deutsche Bundesbank: Zahlungsverhalten in Deutschland 2025
- GLS Bank: Einstellung von Giropay
- European Payments Initiative: Start von Wero im deutschen E-Commerce
- Europäische Zentralbank: Instant Payments Regulation
- Europäische Kommission: neue Verbraucherkreditrichtlinie
- Deutsche Bundesbank: Fragen und Antworten zu SEPA
- PayPal: aktuelle Händler- und Verkäufergebühren
- Amazon Pay: Funktionsweise und Integration
- § 312a BGB und § 270a BGB
- Europäische Bankenaufsichtsbehörde: Risiken von Kryptowerten
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